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Ups - I did it again - Aus Stiefel wird Stiefelette





Aus Stiefel wird Stiefelette und das nicht zum ersten mal.
Hier habe ich schon mal ein Lederstiefel zu einer Stiefelette gekürzt. 

Dieses mal ein Cognacfarbiger Stiefel von der gleichen Marke, das ist auch mit unter der Grund warum ich mir diese Arbeit mache. Gute Qualität halt ;)

Beide Stiefel sind extrem bequem, leider passten meine Waden nicht hinein, nicht einfach. Das hängt auch mit zu weiten Waden zusammen aber auch bedingt durch meine kurzen Beine. 

Also die Form und der Abstand von Ferse - Fessel bis zur Wade und Knie ist bei 1,68 m großen Frauen etwas gestreckter als bei mir. Also fängt meine Wade schon viel tiefer an und das ist mit unter auch ein Grund, warum meine Wade nicht in den Stiefel passt und meist endet der Stiefel auch direkt in der Kniekehle was nicht grade angenehm ist und auch nicht besonders ausschaut.

Jedenfalls halfen auch Fersenkeileinlagen nicht mehr und ich war es leid mich abzuquälen.

Was schon an dem anderen Stiefel gut funktioniert hat, wollte ich nun auch  an diesem Stiefel machen. Was ich nicht bedacht hatte, ist, dass der schwarze Stiefel bedingt durch die Schnalle vom Stiefelleten-Schaft einfach höher geschnitten war und ich dadurch, einfach mit der Nähmaschine nähen konnte. 

Das war hier nicht so leicht und ich musste einfach auf das Handnähen zurückgreifen.
Es war tatsächlich einfacher als gedacht und ehe ich mich versah, war der erste Schuh fertig.

Diesen habe ich mit einem selbst zu geschnittenen Schrägband aus einem Karostoff der an den Britischen-Design erinnert, aber von den Streifen her doch anders ist. Das Original hat nur 3 Streifen und diese sind gleich breit. Mein Stoff, den ich vor einigen Jahren hier ergattert habe hat vier Streifen, wobei jeweils zwei in unterschiedlichen breiten.

Die Farbkombination wird uns immer an den Designer-Karostoff erinnern.
Wobei ich gern auch den von dem Farben ähnlichen historischen Thompson Camel Tartan erwähnen möchte. Dieser ist ebenfalls von den Farben ähnlich. Ich mag die Farben gern leiden und daher nähte ich mir ein Poncho aus dem Thomspon Camel Muster, da dieser einfach auch käuflich erwerbbar ist. Allerdings, habe ich auch schon mal gehört, dass das Designer-Haus immer wieder versucht, den schottischen Webereien zu verbieten diesen Thompson Camel Tartan zu weben und zu verkaufen, wg. der Verwechselungsgefahr. Viele sind eingeschüchtert und lassen es sein, zum Glück weben einige Weberrein weiter, bieten dem Großkonzern die Stirn. Wäre doch zu schade, wenn ein traditionelles historisches Tartan einfach so verdrängt wird. Dafür sollte die Aufklärung helfen, ein/den Unterschied zu sehen/erkennen. Daher wollte ich das gern hier mal, wenn auch nur am Rande, erwähnen.

Zurück zum Stiefel. 

Den Schaft habe ich schon vor einiger Zeit abgeschnitten. Das Futter habe ich etwas länger gelassen und dieses einzuschlagen. So die Idee. Doch das gefiel mir nicht. Die Kante des Oberleders wollte ich dann mit einer Lederkantenfarbe versiegeln. Das wird gemacht, damit das Leder von Schmutz, Feuchtigkeit und Wasser geschützt wird. (Schaut euch die Ledertaschen an, diese Kanten sind meist versiegelt) Obwohl ich schon ein paar Kaufquellen fand, habe ich nicht gekauft, weil mein Leder sehr dünn ist und zudem mit Stoff von der linken Seite verstärkt ist. Also habe ich die Schuhe zur Seite gestellt, bis ich kürzlich mein Reststoff von diesem Cape gefunden habe. Den Stoff habe ich auch für mein Trenchcoat verwendet.

Ich mag Musterstoffe gern als Applikation in Form von Paspel oder Schrägband einzusetzen. So entstand die Idee von einem breiten Schrägband für die Kantenverzierung.

Dafür habe ich das Lederfutter wieder gekürzt auf die gleiche länge. 


Ich habe kein Kleber verwendet, das hat meist zur Folge, dass die Nähnadel
ob mit der Hand oder an der Nähmaschine, beim Nähen verklebt wird.

Das wäre einfacher, aber hätte zur Folge, dass ständig eine neue Nähnadel 
verwendet (ausgetauscht) werden muss. Daher habe ich mich für die Clips entschieden,
die ich für viele andere Projekte nutze und nicht mehr missen möchte.


Wichtig! Den abgeschnittenen Reißverschluss sichern, sonst ist der Zipper weg
und das einfädeln in bereits eingenähten Reißverschluss ist fast unmöglich!


Für alle die gern mal sehen möchten wie ein Stiefelschaft ausschaut
habe ich ein paar Bilder eingestellt. Das Lederfutter ist so zart und weich.
Das werde ich ich behalten und ggf. für andere zwecke verwenden.



Das Oberleder ist vollständig verstärkt. Bauwolle oder so etwas ähnliches.


Die Industrie verhilft sich mit Kleber, damit die Kleinteile 
an Ort und Stelle bleiben, bevor es zum vernähen geht. 
Hier ist das Gummiband zu sehen. 



Das Nähen an sich geht einfach, aber die Nähmaschine ist nicht für Schuhe gedacht ;)
Also der Näharm ist zu flach, manchmal auch zu dick. Der Abstand ist nicht hoch 
um den Schaft ringsherum zu nähen. Ich habe den Schuh mal so mal so genäht
nur an der Ferse ging nichts mehr. Und genau an den Übergängen, wo die Kappnaht
(glaube ich) jedenfalls, wo viel Leder übereinander war, hat auch meine Nähmaschine 
gestreikt. Die Nadel ist nicht abgebrochen, sondern der Druck reichte nicht aus
um durch zu stechen. Ich habe dann das Leder ein Stück vor oder zurück geschoben.


Ganz reibungslos war die Naht dennoch nicht. Einige Aussetzer. Diese habe ich dann 
mit der Hand aus gefüllt und auch das kleine Stück, wo es an der Maschine nicht ging
weil die Ferse sich nicht knicken ließ, nähte ich auch mit der Hand. 


Den Schrägsstreifen eingeschlagen und diesen im Nahtschatten vernäht. 
Mein Fingerhut ist aus Leder und ich konnte so einfach die Nadel mit Druck 
ohne Schmerz und sonstiges Werkzeug gut vernähen. 


Ich habe die Kante etwas überstehend zugeschnitten um hier ein kleinen Drucknopf
als Verschluss (überlappend) annähen zu können. 

Als der erste Schuh fertig war, freute ich mich umso mehr auf den nächsten.
Denn, es hat eigentlich nicht lange gedauert. Das Handnähen ging schneller
als den Versuch den Schuh so unter der Nähmaschine zu platzieren. 



Sieht das nicht klasse aus?!

Ich freu mich so und für alle die an Ihren Stiefeln hängen
und den eine zweite Chance geben wollen hoffe ich eine Idee gebracht zu haben.

Musterstoffe gibt es so viele auf dem Markt! Ich könnte mir auch ein
Leoparden-Musterstoff sehr gut vorstellen. Oder Punkte?
Wie wäre es mit Samt? Oh... Da werde ich noch schauen.
Denn ich habe hier noch ein Wildleder Stiefelpaar dem möchte ich 
auch ein neuen Look verpassen ;) Ihr wisst schon - kürzen :)


Mein Outfit:

Selbst genäht Trenchcoat
selbst genäht Etuikleid
Recycling cognac Stiefelette



Man sieht den Schuhen schon an, dass diese getragen - oft getragen wurden.
Die sind so unglaublich bequem - schön eingelaufen ;) Vom Fuß geformt :D 

Jetzt, nach dem das Recyclin-Projekt gelungen ist,
bekommen die Schuhe neue Absätze und eine Schuhcreme-Behandlung ;)
und ein Schuhspanner gegen die Falten :D 





Verlinkt bei Creativdienstag

Kommentare

  1. Hallo liebe Anita!
    Das ist eine gute Idee, so sind die Stiefeletten noch tragbar und man sieht es ihnen gar nicht an,
    dass sie vorher Stiefel waren. Ich wünsche Dir eine schöne Adventszeit!
    Liebe Grüße
    Carolin

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  2. Das ist eine super Idee. Sieht toll aus. Gruß Lila-cat

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  3. (Kunst)Lammlocke für mich!! Wirklich tolle Idee, perfekt durchgestylt ♥
    Liebe Grüße,
    Sandra

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  4. Schön für Schuhe und Trägerin! Gut umgesetzt, bei mir ist leider eher der untere Teil hinüber.
    Viele Grüße, kaze

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  5. Das Ergebnis ist wirklich toll! Der Karostoff als Akzent gefällt mir sehr.
    Ich hab auch das Problem mit zu hohen Stiefelschäften (aber für meine Waden meist eher zu eng als zu weit); ans Kürzen habe ich mich bisher nicht rangetraut, könnte ja schiefgehen. Aber für so ein hübsches Resultat lohnt es sich doch, ein Risiko einzugehen :)

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