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Schöner Schnitt bis auf die Ärmelform - Butterick B5710 - alias Pippa's Brautjungfernkleid


Vermutlich schlummert dieser weniger oder mehr 
(in Vergessenheit verfallene) "berühmte" Schnitt in so einigen Nähzimmern.
Und doch kaum einer hat es vernäht. Ich wage mich zum 2! mal daran.

Ja, dieser Schnitt war der erste aus den Vogue Pattern Imperium,
und ich bin gescheitert, das war vor etlichen Jahren, also so 
genau in meinen Anfängen, 2009/2010, weit vor meinem Trenchcoat,
der mich wieder in die Nähwelt lockte, nach dem ich an vielen 
genähten Teilen gescheitert bin, wie diesem Schnitt.

Damals hatte ich keine Ahnung, dass ich Schnitte auf meine Köperproportion
kürzen muss. Alles war neu und viele Steine gepaart mit abermilionen Fragen.

Als Nähanfänger solch ein Kleid aus Crepestoff zu nähen
im schrägen Verlauf sah in der Theorie einfach aus.

Nun, ich habe es tatsächlich damals fast gut hinbekommen
bis auf die tatsche, dass der Schnitt zu lang und zu groß ausfiel
und ich einfach den Schnitt von den Ärmel und das Oberteil einfach 
nicht verstanden habe. Ich wollte ja partout die Schulterpolster nicht,
weil ich das irgendwie skurril finde, am Kleid mit solch fliesenden Stoff
Schulterpolster einzunähen. Und ich war fest überzeugt, dass der Schnitt
fehlkonstruiert war. Als frischer Nähanfänger habe ich erst nicht aufgegeben
und dann doch das Teil in die Tonne entsorgt, weil ich einfach nicht 
Verstanden habe woran es liegt, dass das Kleid echt wie ein Sack hängt
und wie ich dieses retten könnte, außerdem war der Wasserfallskragen 
so riesig und fiel nicht nach meinem Geschmack. Entweder lag der schräg auf
der einen oder anderen Seite oder hat mir die Sicht genommen, wenn ich mich 
vorgebeugt habe. Jetzt wenn ich so darüber nachdenke, bin ich mir nicht sicher
ob ich mich ggf. an den falschen Fadenlauf gehalten habe. Ist jetzt auch egal,
da das Kleid schon seit einer gefühlten Ewigkeit weg ist. Doch der Schnitt 
ist noch da und ich habe diesen Schnitt noch mal hervorgeholt. 


Entgegen der Vorgabe, nahm ich aber ein Jerseystoff, der 4-5 % dehnbare Faser 
verwebt hat und weil er so eine Rippstuktur hat, ist er für mich ein Casualstoff.

Ich wollte doch noch mal schauen was es doch mit dem Schnitt auf sich hat.

Also wage ich es und schnitt den zu, aber vorher gekürzt und auch 
nicht im Schrägenverlauf und auch nicht mit dem Wasserfallkragen.

Alles verlieft fast gut und dank Jersey ließ sich das Kleid schön an den Körper formen
besonders im Rücken, aber die Ärmel, tja, eine grauenhafte Form.

Ohne Schulterpolster - ist der Schnitt nicht möglich. Es ist so gestaltet,
dass die Schulterpolster einen "Amarican Football" Stil darstellen. 

Ganz ehrlich, wer mag das und wem steht so was?


Blöd nur, dass ich schon die Säume eingefasst habe. 
Ich wollte ganz sicher nicht Schulterpolster einnähen.

Denn so würde ich es sicher nicht tragen wollen. 


Auf dem Foto mit der weißen Wand kommt die Wirkung noch heftiger rüber.


Also Polster raus und die Rundung sowie die Weite verengt. 
Muss sicher noch mal an die Rundung der Schulterkugel,
doch hey, ich habe das Kleid tragbar vernäht und für ein Hauskleid
oder auch Strandkleid alle mal gut tragbar. Der Stoff ist ja so bequem!
Sieht aber auf Grund der Rippstruktur nicht sehr chic aus. 


Ich konnte es mir dennoch nicht nehmen, ein handwerkliches Detail einzuarbeiten.


Die Nahtzugabe an den Raglanärmeln habe ich mit dem kostbaren Seidenknopfgarn 
vernäht. Das ging relativ schnell und wertet das Kleid auf, ausserdem 
ist die Nahtzugabe dadurch schön flach. Ich bin nach wie vor ein Fan der Rückstiches
mit dickem Garn wirkt das wie Perlen und ich mag das total. 





Das Kleid ist relativ einfach und schnell genäht. 
Overlock, Cover für den Saum und die Hals-Ärmelkanten 
wurden mit dem Wäschegummi vernäht. Den würde ich pers. niemals
für Unterwäsche verwenden, der ist ja so wulstig und dick,
dass ich mir sehr sicher bin, dass diese sich durchdrücken würde
und das mag ich so garnicht leiden, wenn unter dem Kleid/Hose sich die Wäsche
durchdrückt, daher hatte ich das Spitzengummiband für diese Art von Kantenversäuberung
eingesetzt und ich bin eigentlich recht glücklich damit.


Um den "Nachtkleid/Unterkleid" entgegen zu wirken, wurde das Kleid
mit Wertig wirkenden Materialien kombiniert, außerdem hat der Mantel
die Ärmel verdeckt ;) Tatsache ist aber, dass es nur noch mir auffällt,
dass die Ärmel irgendwie aus der Form fallen, meiner Familie ist es
nicht aufgefallen. Also lieber auf nichts hinweisen, dann fällt es den Anderen
auch nicht so auf, da die meisten sich eh für solche Details nicht interssieren.
Das beste ist immer noch, bei nicht so perfekt genähten (versuchten Maßstücken)
garnicht zu verraten, dass es selbst genäht ist,  denn dann wird es sehr Kritisch
bedrachtet und hey, wir wissen selbst dass das Teil leider nicht so geworden ist
wie gewünscht - gehofft. Zum Wegwerfen zu schade, also lieber tragen
Wertig mit anderen Stücken kombinieren und sich an der Näherfahrung erfreuen. 


Vielleicht wage ich mich wieder an diesen Schnitt.
Sieben Jahre habe ich gewartet und weil ich weiß wie 
crepe Stoffe einem den Nerv kosten können, muss es schon 
ein ganz besonderer Anlass sein, der mich zu diesem Schnitt
noch mal verleiten wird. Im Grunde wäre es recht einfach,
die Ärmelform einfach nur etwas schmaler zu gestalten. 
Mal sehen, ob ich es noch mal wage... irgendwann....

Kommentare

  1. Ich bewundere da wirklich dein Durchhaltevermögen: Wenn mich ein Schnitt nicht beim ersten Mal überzeugt, bekommt er in der Regel keine zweite Chance.
    Aber du hast da wirklich das Beste rausgeholt. Die Silhouette mit Schulterpolster finde ich auch nicht gelungen, da hast du absolut recht. Aber die Naht mit dem Seidenknopfgarn sieht wirklich schön aus. Das sind einfach die Details, die uns Freude machen, auch wenn sie nicht jedem auf den ersten Blick auffallen, stimmts?
    Viele Grüße
    Friedalene

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  2. Liebe Friedalene, grundsätzlich finde ich es wie Du, wenn der Schnitt nichts ist, dann nähe ich den nicht nochmal, doch hier liegen einige Jahre Näherfahrung dazwischen und ich wollte einfach erfahren, woran es lag, dass ich an dem Schnitt gescheitert bin. An meiner Näherfahrung, an Stoff oder doch am Schnitt, ggf. an einem Fehler der Schnitthersteller?! Da ich zur Zeit Hochzeitskleider suchte/nähte, dachte ich mir, ich wag es noch mal, aber nicht direkt mit einem schwierigen Stoff, wie Crepe ;) Das ist nun mein Ergebnis.
    Da stimme ich voll zu, die kleinen Details die uns eine Freue machen, außerdem, werten die solch ein Kleidungsstück auf, damit es nicht zu sehr als Unterkleid (die Gummispitze und die gerippte Stoffstruktur) ausschaut :) Viele Grüße Anita

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