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Kragenstäbchen - das Unsichtbare im und unter dem Kragen


Bügelfreie Herrenhemden könnten ewig getragen werden,
weil der Stoff sich auf Grund der Texilveredelung mit jedem Waschen
in der Wachmaschine nicht aufraut.

Dafür gibt es zwei (drei) Gründe die dafür sorgen,
dass ein Hemd aussortiert werden muss.


Auf diesem Bild sind gleich zwei Gründe zu sehen.


Die Bügeleinlage löst sich von dem Oberstoff 
und hinterlässt so unschöne dellen. Das lässt sich
auch mit heißem Bügeleisen (nicht dämpfen!) 
auch nicht mehr "reparieren" Oft ist das an der
Knickstelle Oberkragen-Steg sichtbar, aber noch 
tragbar bei geschlossen Kragen mit Krawatte.

Der Fehler oben, ist nicht geschäftlich tragbar.

Und der andere nach einer gewissen Zeit 
gewaschenes Hemd ist die aufgescheuerte 
Ecke des Kragens. Obwohl das Hemd,
der Hemdkragen nach innen eingeschlagen wird
ist dieses kaum zu vermeiden, was mit der Verarbeitung
genau dieses Hemdes zu tun hat. 

Das Kragenstäbchen!

Hier zwei Modelle eine Kragenstäbchens.

Das obere wird unter dem Kragen eingeschoben 
das untere wurde im Kragen eingenäht. 


Was ist der Sinn eines Kragenstäbchens?
Ganz einfach, den Kragen, die Spitze des Kragens
in Form zu halten. Eine zusätzliche versteifung,
damit der Kragen eine schöne Form hat. 

Es gibt dafür zwei Verarbeitungen.
Beide Varianten sind auf dem Markt
sowohl bei Maßhemden wie auch bei Industriell
hergestellten Herrenhemden.

Zu erst zeige ich die industrielle Version.
Kragenstäbchen eingenäht im Kragen. 

So schaut es aus.


Jetzt mit der aufgeschnittenen Ecke.
Das Kragenstäbchen ist bis in die Ecke geschoben 
und vernäht! Ein großer Unterschied mit 
Vor und Nachteilen. 




Der Vorteil, wir vergessen das Stäbchen nicht vor dem Waschen herauszuziehen.
Nachteil, es ist zu fest und steif, daher biegt sich schon mal der Kragen 
bei Waschgang um und so kann es passieren, dass mit jeder weiteren
Wäsche, die Kragenspitze immer mehr in mitleidenschaft gezogen wird.

Bei farbigen, besonders bei dunkleren Farben,
ist das bei den Herrenhemden schon nach einigen 
Wachmaschinenvorgängen sichtbar.  

Der Kragen ist DAS vorzeige Stück 
beim Hemd, daher ist es oft schnell
das K.O. für solch ein Hemd. 

Die andere Alternative ist eine andere Vernäh-Art.

Es wird ein Einschubfach für das Kragenstäbchen 
unter dem Kragen genäht. 


Das Stäbchen wird dann vor der Wäsche herausgezogen
und so ist der Kragen nicht mehr so versteigt und die Spitze
des Kragens wird einfach weniger beim Waschen beansprucht.

Das kann ich bestätigen! Die sehr oft gewaschenen Hemden
auch die Farbigen sehen einfach tip tip aus.



So sehen die Kragen aus, wenn die dieses Einschubfach haben.
Viele (nicht alle) Maßschneider vernähen die Kragen so
und es gibt auch den einen oder andern Hersteller,
der diese auch industriell vernäht, im Geschäft zu kaufen.


Gern würde ich nur dieses Hemden kaufen,
leider gibt es diese nicht 
in der Ärmellänge 72 cm für meinem Mann.

Einpaar habe ich noch aus der Zeit,
als es die 69 cm gab, als Freizeithemd,
konnte der Arm schon mal kürzer sein.

Sonst ist es wichtig, dass der Ärmel ausreichend
lang ist um unter dem Sakkosaum hervorzublicken. 

Selten ist auf den Produktbilder erkenntlich
wie das Hemd, der Hemdkragen genäht wurde.
Dafür lohnt es sich bei der Beschreibung 
genauer hinzusehen. Dort findet sich 
dann dieser Hinweis

 "1 Paar Reserve-Kragenstäbchen"

Und schon wissen wir mehr, wie der Kragen genäht wurde.
Damit können wir auch daraus schließen,
dass der Kragen einfach hochwertiger verarbeitet wurde.
Denn die Einschub-Version ist viel aufwändiger.
Der Kenner schaut daher unter dem Kragen ;) 

Die Qualität ist nicht nur durch das Fühlen
sondern auch durch die kleinen Details erkennbar.
Die saubere Innenverarbeitung ist zudem auch 
ein Qualitätsmerkmal. Markenname sagt nichts über Qualität ;) 

So viel zu einem kleinen Exkurs - Kragenstäbchen ;)

Es gibt viele Kragenvariationen. 
Nicht jeder benötigt die Kragenstäbchen.

Und bei Frauen habe ich diese eh noch nie gesehen,
was eher mit der Größe und der Proportion des Kragens
zusammen hängt. Ich bevorzuge auch die kleinen 
weiblichen dezenten Kragen, dort würden die langen
Kragenstäbchen eh nicht passen ;)

Kommentare

  1. Danke, wieder was gelernt. Obwohl ich es bei meinem Mann auch mit beiden Sorten zu tun habe, habe ich noch nie über den Unterschied der Kragenstäbchen nachgedacht.
    LG Ina

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  2. Das ist mir tatsächlich noch nie erklärt worden; merci; ist doch interessant zu wissen.
    LG von Susanne

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  3. Sehr interessante Information. Vielen Dank dafür. Ich erinnere mich an die Hemden meines Vaters. Da waren auch diese Stäbchen zum Einschieben. War wohl früher Standard beim Herrenhemd.
    LG Lila-cat

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