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Etuikleid aus der Burda 09/2007

Hallo ihr Lieben!

Bekanntlich werfe ich ungern besondere Stoffe weg. Von diesem Umhang und diesem Kleid verbliebt noch ein kleiner Rest. Über TV, Zeitschriften, Internet und Co lasse ich mich gern inspirieren. So sah ich von dem Designer Oscar de la Renta mit dieses Kleid welches von einer Sängerin und einer Juristin getragen wurde. Ich bin ein Fan von Etuikleidern und Burda hat viele schöne Etuikleider. Nur in den älteren finden sich richtig viele von denen, so wurde ich auch schnell fündig, denn den Schnitt hatte ich noch wage im der Erinnerung. 

Es ist dieser Schnitt aus der Burda 09/2007  .


Das ist mein Reststück.


Erste Abweichung vom Schnitt,
auch der Rücken wurde im Stoffbruch zugeschnitten.
Der Reißverschluss ist auf die Seite gewandert. 


Auf Grund des Musterverlaufes habe ich alles Schnittteile 
einzeln zugeschnitten. Zum Glück hatte dieser Schnitt auch
die für Karomuster vorhandenen Markierungen, die ich 
auch für mein Hahentrittmuster verwenden konnte. 


Der Rockteil wurde aus feingeweben Schurwolle zugeschnitten.
Beide Stoffe sind aus Schurwolle aber doch aus unterschiedlichen Garen.
Bei der ersten Anprobe gefielt mir die Kombination 
mit dem Groben und Feinen Tuch nicht. 
Leider habe ich auch ein anderen Wollstoff für den Rockteil,
so dass ich mich entschied, dieses Verbindung zu trennen
und mir was anderen einfallen lassen wollte. 

Auf dem Foto ist der Unterschied nicht so zu erkennen
und sieht auch super aus, doch wie schon geschrieben,
ich mochte es nicht.


Beim Zuschnitt des Oberteils aus der feinen Schurwolle
habe ich mich gefragt, wie sehe das Kleid ohne die Ärmel aus.
So habe ich diese nicht zugeschnitten und auch noch etwas an Stoff
gespart. Genügend Stoff war ja noch vorhanden, falls es nicht
gut ausgesehen hätte, könnte ich immer noch Ärmel zuschneiden.
Diese Überlegungen sind bei hochwertiger Tuchware schon wichtig.

Und so hat die erste Anprobe ohne Ärmel ausgesehen. 
Mir gefiel das so gut, dass ich es auf jeden Fall 
so nähen wollte ohne ein Plan zu haben wie.


Daher habe ich am längsten an diesem 
Besatz, der jetzt auch sichtbar und als Träger
fundiert, gebastelt. Dieser wurde von innen an das Futter vernäht.
Zu 70% ist das hier mit der Hand staffiert worden. Es war mir nicht 
möglich alles mit der Maschine zu vernähen und ich wollte auch keine
sichtbaren nähte. Daher wurde auch das ganze Kleid gefüttert.


Meine Wahl fiel auf ein elastischen Futterstoff.
Schurwolle ist von der Eigenschaft her, etwas dehnbar, das wollte
ich gern, besonders beim Kleid, auch beibehalten.


Dieser Schnitt ist ein Normalgrößen Schnitt
und ich muss immer für meine kurze Statur
eine Probe durchführen. Das Oberteil hat sehr gut gepasst.
Ich musste nur in Höhe der Taille etwas kürzen. 

Ich stecke mein Folienschnitt zusammen und ziehe es 
über ein weißes hautenges Top an. HIER noch mal zu sehen.

Grundsätzlich bevorzuge ich aber die fertigen Kurzgrößen von Burda.
Leider gibt es einige Schnitte nicht die ich verwenden könnte bzw.
abwandeln könnte, so muss ich notgedrungen selbst kürzen 
und mit dieser Methode kann ich auch schnell sehen wo sich die Taille 
befindet und besonder die höhe der Brust. Bei diesem Kleid habe ich mir auch ein
Bändchen umgebunden, damit die Hälfte an Ort und Stelle bleibt.
So konnte ich in aller ruhe oben den Schnitt an mir überprüfen.

Das ist immer nur so eine schnelle Methode. Ein Probestück zu nähen 
wäre für die Passform am Besten, denn dann können auch die Feinheiten
wie Zugfalten ausgebessert werden. Obwohl ich sagen muss,
solche Nesselprobestücke, sind für die Maßanfertigung 
also auch oft für Stoffe die etwas mehr Stand haben.
Bei Chiffonkleidern und bei Schrägzugeschnitten Schnitten
finde ich es einfach eine Material- und Zeitverschwendung,
denn solche Stoffe sind fließend, das kann nur mit gleichen
Material genäht werden und nicht aus steifen Nesselstoff.

Jedenfalls für mich hat sich diese Methode gut und schnell
durchgesetzt. Ich kann schnell sehen an welcher Stelle ich kürzen muss
und wo der Brust abnäher platziert ist. 


Kommen wir wieder zum Kleid.
Etwas hat mich am Anfang gestört.
Die Abnäher am Rock sind in offene Falten gelegt.
Also die stehen ab, das Empfand ich als nicht besondern schön.
Beim näheren Betrachten, stelle ich aber fest, des es zum Design des Kleides 
aber doch passt. Der Kragen ist auch in abstehenden Falten gelegt
und das Spiegelt sich im Rockteil wieder. Also habe ich es so belassen.
Sonst hätte ich es geschlossen. Etwas Avantgarde kann am klassischen Etuikleid
hervorstehen, was meint ihr?

Hier der Vergleich. Beim Sitzen ist es schön flach
beim Stehen ist die klaffende Spalte zu sehen. 


Obwohl es ganz schön Ticky war den Halsausschnitt so hinzubiegen 
wie ich gern hätte und mir eigentlich mit meinen Hobby-Nähkentnissen
auch fast perfekt gelungen ist, bin ich so Froh mich dieser Herausforderung
gestellt zu haben. Natürlich ist es immer einfacher, ein Schnitt und eine Idee
zu 100 % zu Kopieren, mich hat es aber schon immer sehr gereizt
etwas neues auszuprobieren und es gibt kaum Kreationen,
 die 1:1 übernommen habe, doch genau das reizt mich so. Es doch mal anders zu machen. 
Ja, es ist viel Zeitaufwändiger, aber ich habe noch nie so viel dazu gelernt.

In diesem Fall wäre auch der rückwärtige Reißverschluss auch besser.
Dadurch, dass der Ausschnitt sehr Halsnah ist, damit das Kleid auch besser passt,
ist es nur ohne Brille möglich dieses Kleid überzustreifen. Es passt vorm Radius 
aber grade so. Zum Glück wird unser Kopf nicht größer :)
Nein, im Ernst, hier habe ich nicht darüber nachgedacht. 

Aber ich habe auch hier schon wieder eine Idee für eine Lösung.
Ein sichtbarer Reißverschluss von oben bis unten einzusetzen.
Wie bei meinem Dice Kayek Kleid, welches ich später AUFGEPIMP habe.   
Dieser Markante Reißverschluss wurde von Victoria Beckham in ihren
ersten Kollektionen zum Marktenzeichen. Warum also nicht auch 
für dieses Kleid?!


Noch passt es so grade, doch wenn ich nicht auf mein Gewicht 
achte, werde ich dieses Lösung wohl als Bald verwenden müssen. 

Was ist aber aus dem Hahnentritt Top passiert?
Nun, mangels Stoff bliebe es so kurz. Also wie ein Crop Top.
Dieser ist ungefüttert. Habe die Nahtzugaben mit Hexenstichen versäubert.
An manchen Stellen musste ich es dann doch wieder auftrennen. 
Die Schurwolle ist so schön dehnbar, dass sich Zugfalten zeigten.
Siehe den festgenähten Besatz in der Mitte. Hier schön auf dem Foto zu sehen.

Ich kann es prima über das Kleid anziehen. 

Weil es so kurz ist, habe ich mir als Abschlusskante ein Schrägband aus schwarzen Satin
überlegt. So musste ich nicht auf die Länge verzichten und habe gleichzeitig ein schönes
dekorativen Abschluss, der auch noch durch den Glanz etwas mehr elegant wirkt.
Mit der Lösung bin ich sehr zufrieden und ich mag es zusammen mit dem Kleid sehr.
Es erinnert mich etwas an einige Stücke aus den Kollektionen von Burberry Prorsum. 


So schaut das Oberteil aus.


Hier noch leider der festgenähte Besatz zu sehen. 
Genau zwischen der Falte. Ist jetzt nicht mehr. 


Ich könnte mir sehr gut Vorstellen dieses Kleid 
im Büro zu tragen und zwar an dem Tag, an dem
die Weihnachtsfeier sein wird. Oft ist diese am Freitag.
Den ganzen Tag über wird gearbeitet.
Nach dem Abendessen wird oft eine 
kulturelle Veranstaltung besucht.

Für diesen Anlass, einen gesellschaftlichen 
festlichen offizellen Abend, finde ich dieses 
Kleid total passen. Hier würde ich 
einfach eine auffällige Kette umlegen
und ggf. noch ein Armband. 

In der Großen Arbeitshandtasche
kann leicht das Crop Top verstaut werden
wie auch die kleine Clutch für den Abend.

Oft ist es nicht möglich von Büro 
noch mal nach Hause zu fahren um sich umzuziehen
um für den Abend entsprechend gekleidet zu sein. 

So ein Basiskleid in schwarz, obwohl es sonst 
kein typisches formales Bürooutfit ist, 
weil schwarz nicht tagsüber getragen werden sollte,
ist es zu so einem besondern Anlass schon 
kein Problem. Auch ein Blazer würde 
die freizügigen Schultern tagsüber gut bedecken. 

So würde ich es dann tragen. Evtl. auch die Haare offen 
und die Armbanduhr auch in der Tasche platziert. 


Ich liebe dieses Kette, die ein echter Hingucker ist
und doch nicht so protzig wirkt. 


Besonders schön finde ich diesen Ausschnitt
auch mit der silberfarbigen Kette. 


Gern mit offenen Schuhen.
Also privat gern mit offen Schuhen,
aber zu geschäftlichen und offiziellen 
Veranstaltungen immer mit geschlossenen Schuhen.
Egal wie warm es ist! 


Viele Grüße Anita


Kommentare

  1. Liebe Anita,
    das ist ein wunderschönes Modell. Das Kleid in schwarz ist dabei mein Favorit, sehr chic.
    Viele Grüße von Heike

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    1. Der Schnitt ist wirklich interessant. Aus Romanitjersey würde es sicher auch super chic sein und wesentlich beweglicher :)
      LG Anita

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  2. Liebe Anita, was für eine tolle Kombination. Ich bin total beeindruckt. Beide Teile sind Dir super gut gelungen. Liebe Grüße Iris

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    Antworten
    1. Herzlichen Dank liebe Iris.Ganz liebe Grüße Anita

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  3. Sieht einfach umwerfend elegant aus. Sowohl das Kleid allein, als auch mit dem Top. Du hast deinen Stil gefunden, glaube ich. Danke fürs Zeigen und für deinen ausführlichen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Lila-cat

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    Antworten
    1. Danke schön liebe Lila-Cat.
      Vielleicht habe ich mein Stil gefunden, aber mein Körper verändert sich noch.
      Tja, wir werden einfach nicht jünger ;) LG Anita

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  4. Elegant, der treffende Ausdruck! Wunderschön finde ich aber auch die Möglichkeit, das Kleid mit dem Crop-Top zu kombinieren.
    Deine Methode der Folienanprobe werde ich bald testen
    Liebe Grüße
    Sandra

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  5. Wow, perfekt. Merke gerade, dass ich auch solche Kleider brauche, mit , hm, nach überhoher Stofflinie, macht ja eine Superfigur.

    LG Sue

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    Antworten
    1. Ja, die Empireline ist ganz schön, besonders weil es auch die unliebsamen Hüftpolster verdecken kann :)
      Dankes schöne für Dein Lob und viele Grüße Anita

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  6. Das Kleid ist wunderbar ! Ich hatte es schon einmal genäht, doch aus einem kariertem Woolstoff. Es sah schrecklich aus, habe , eines der wenigen gleich wieder weggegeben. Doch deine Version ist super schön geworden. Die 2 Farben machen sich toll und der Schnitt gefällt mir immer noch ausnehmend gut. Vielleicht sollt ich es doch noch mal probieren. LG Bettina

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