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Das Kleid aus der Zeitschrift meine Boutique Nr. 2


Ich habe manchmal echte Probleme, die schönen Musterstoffe zu zerschneiden. So auch bei diesem hier.
Nach dem ich mit den Stoff und das Muster angesehen habe, stellte ich fest, dass wenn die beiden Webkanten zusammen geführt werden, ein Bild entsteht. Das war der Anstoß, warum ich den Spezialnähfuß in Betrieb genommen habe. 


Da ich mir nicht sicher war, ob ich die Französische Naht so schön nähen kann, dass das Muster auf einander trifft, habe ich die falsche französische Naht gewählt  und die ist wesentlich Aufwändiger. 
Wenn es nicht anders geht, ist das eine Lösung, aber sollte nicht zur Gewohnheit werden. 

Also die Nahtzugaben werden auf je Seite auf 1,3 cm zurück geschnitten, 
dann jeweils die Hälfte nach innen gebügelt um dann zusammen genäht zu werden. 


  

Dann habe ich auch überlegt, was könnte man aus diesem Tunnel machen. So kam mir der Schnitt aus der meine Boutique Nr. 2 wieder in die Erinnerung. Schon als ich die Zeitschrift gekauft habe und HIER vorgestellt, fand ich die Einfachheit des Schnitts sehr gut.


Der Schnitt der kein Schnitt ist, weil der Schnitt einfach nur Grade ist. Die Schulternähte habe ich dann nach meinen Schulterbreite und Maße vorgenommen, da auch schon mein Stoff breiter ist als der vom Schnitt im Heft. Aber ich wollte das Muster so beibehalten. Also besteht mein Kleid aus nur einer Naht, die ich in die Mitte des Rückens gesetzt habe. 

Die Schwierigkeit an diesem sehr simplen Kleid waren allerdings die Armausschnitte. Zur nähst einen Schlitz geschnitten, diesen mit einem schwarzen Chiffonstoff eingefasst. Am Schlitzende, eine Verstärkung in Form von bügelbaren Vlieseline. Etwas zu groß geraten, doch es erfüllt den Zweck, den Stoff nicht weiter aufzureißen.

 



 



Den Ausschnitt habe ich dann doch noch mit einer Naht fixiert, weil es sich ständig verdreht hat.  





Grundsätzlich muss ich sagen, dass je feiner der Stoff um so langsamer nähe ich. Das braucht dann mehr Zeit insgesamt, weil so ein Seidenstoff wirklich sehr schnell Fäden ziehen kann. Aber es kommt auch auf das richtige Werkzeug an. Ich habe mit einer 70-er Nadel genäht und auch die Stichplatte für feinen Stoff gewählt. Die Öffnung ist hier kleiner, so wird vermieden, dass der Stoff in die Spule gezogen werden könnte.

Bevor ich mit der Maschine nähe, teste ich an Reststücken die Einstellung sowie die Naht. Hier habe ich kein Reststoff, weil ich den ganzen Report gewählt habe. So habe ich ein noch feineren Stoff für meine Probe gewählt. Ein Seindenchiffon, der eigentlich noch empfindlicher ist, als ein Seidenpopeline.

Doch das Nähen ging fix, mit dem Spezialfuß, den ich wirklich inzwischen sehr mag, obwohl der wie ein Ungetüm aussieht und auch etwas mehr krach macht, doch dann drehe ich die Musik einfach lauter;-) 
Das ganze Kleid, bis auf die falsche französische Naht wurde damit genäht. Eine wirklich gute Hilfe.

Vom Styling her habe ich erst bedenken gehabt, dass das Riesige Muster mich erschlagen könnte.
Früher habe ich immer zu Unistoffen gegriffen. So langsam entwickel ich mich weiter und greife auch schon zum Muster, aber mit dem Zerschneiden der Muster habe ich nach wie vor Schwierigkeiten.

Es ist das erste mal, das ich ein Kleid genäht habe, was eigentlich weder Abnäher hat noch auf die Figur zugeschnitten ist. Sehr ungewöhnlich und doch finde ich es sehr schön. Von Minute zu Minute vor dem Spiegel mit einem Gürtel bewaffnet, drapiere ich wieder so vor mir hin. Ich könnte sofort hier und da ein paar Abnäher oder Fixierungen annähen, doch ich will nicht. Ich mag es so wie es ist. Mal schlicht, mal mit dem Gürtel zu einer Tunika hochgerafft, dann zu einen Shirt oder mal zu einem Schößchen.  Am besten gefällt es mir mit der schwarzen sehr langen Hose mit etwas schlag. Die Zeit und der Sommer wird zeigen, wie ich es letzt endlich tragen werde. Vielleicht werde ich es doch noch kürzen. Wer weiß - das ist ja ach das schöne, wir können es einfach wieder anpassen;-)  





  
  
  
  



 


Geht es euch eigentlich aus so, dass Ihr je, länger Ihr näht immer penibler und damit auch langsamer werdet?
Ich habe habe so viele Wünsche, aber es dauert alles so lange. Was mache ich falsch?!

So ich wünsche euch ein schönes sonniges Wochenende,
ganz liebe Grüße


PS. Am Montag gibt es dann den TEIL 2 von meinem Besuch 
der Handwerker des Hauses Hermes in Hamburg. 

Kommentare

  1. Du machst nichts falsch. Es soll nur perfekt sein und das ist doch ein guter Anspruch an sich selbst. Pfusch kann man kaufen... ;-)
    Die erste Tragevariante mit der schwarzen Hose gefällt mir am besten.
    Sag mal, ist das der Stoff aus der Quelle, die ich auch kenne?
    Liebe Grüße und nochmals Danke für die Hilfe beim Bombshell,
    Susan

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    1. Oh ja, wie Recht Du hast - "Pfusch kann man kaufen" :-))))
      Stoffquelle - aber ja! Dann weißt Du was für eine Qualität ;-)
      Habe lange geheddert. War mir immer zu teuer.
      Doch irgendwann bin auch ich schwach geworden.
      Wenn man nur so schnell nähen könnte, wie dort neue Stoffe eintrudeln!?!
      LG Anita
      PS. Habe ich gern gemacht - bin schon ganz gespannt auf Dein Bombshell.
      Aus jux habe ich auch mal ein Badeanzugstoff bestellt, doch selbst nähen ?!?!
      Himmel, ich komme mit einfachen Jersey nicht klar. Bin auf Dein Bericht sehr gespannt!
      Drück die Daumen, dass es keine Probleme macht.

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  2. Also, mir gefällt eigentlich die figurbetonte Etuikleid-Form (Foto 2.Reihe, links) an Dir am besten! Alles andere wirkt ein wenig verloren an Dir, da du sehr zierlich bist und bei den Oberteil-Varianten geht zu viel von dem schönen Muster verloren bzw. es kommt nicht voll zur Geltung.
    Ja, dass die Nähprojekte mit zunehmender Erfahrung immer länger dauern, geht uns (glaube ich) wohl allen so. In meinen frühen Anfangszeiten habe ich damals schnell noch eine Bluse nach Feierabend genäht. Heute brauche ich dazu Minimum eine Woche, samt freiem Nähwochenende. Allerdings habe ich früher auch nieeeee ein Probemodell genäht. Entsprechend hoch war dann auch oft der Frust und die Zahl der Ufos bzw. TfT`s. Aber das zeigt ja auch, dass wir uns mit unseren Fähigkeiten weiterentwickelt haben und das ist doch auch der absolut richtige Weg! "Gut Ding will eben Weile haben", heisst es doch schon seit Ewigkeiten ;-).
    Liebe Grüsse von Sabine

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    1. Oh ja, das figurbetonte hat mich auch gereizt, doch ich brauche was luftiges. Wenn es schwül wird, ist figurbetont nicht gut in vielerlei Hinsicht ;-)
      Mensch, danke. Dann bin ich zum Glück nicht die einzige. Ich habe gedacht ich trödel einfach zu lange daran.
      Wahnsinn, nähst Du wirklich immer ein Probemodell? Wie machst Du das? Der Nesselstoff ist immer so steif und wenn man ein Kleidungstück, wie hier die Seide, nähen möchte, ist das kein Vergleich. Das habe ich mich schon immer gefragt. Gibt es auch Nesselstoff, für leichte und fließende Stoffe?
      LG, Anita

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    2. Ja, es gibt Nesselstoff in ganz verschiedenen Qualitäten! Von sehr fest und steif bis hin zu ganz fein, leicht und fliessend. Bisher hatte ich immer den von Ikea (weil der eindeutig am günstigsten ist. Der eignete sich prima für Mäntel, Jacken, Hosen usw., war also eher fest. Neulich habe ich meinen Mann wieder zu Ikea geschickt, um mir nochmal Nesselstoff mitzubringen und er kam mit einem sehr weichen und fliessenderen Nessel zurück. Der ist für Blusen und weite Kleider gut, aber für Jacken, Mäntel usw. taugt der nichts. Entweder hat Ikea jetzt die Qualität geändert oder mein Mann hat sich vergriffen und den falschen gebracht.
      LG von Sabine

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    3. Oh, vielen Dank für die Information und den Tipp. Ich hatte keine Ahnung!
      Werde das nächste mal in der Stoffabteilung beim Schweden auch mal umschauen.
      Sonst lockt mich das Geschäft nicht mehr wirklich. LG, Anita

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    4. ich rate von ikea stoff definitiv ab! wir machen im atelie problekleider daraus,weils billig ist.
      wenn man pech hat und 2-3 anprobe macht- wird das kleid immer grösser!
      beim hobby ist es nciht notwenidig,auf dem wichtigen sachen geld zu sparen. daher nimm dir immer nessel,der sich nicht dehnt! der von ikea ist wie gummi. was nützt dir eine probe,wenn danach nichts mehr passt?
      grundsätzlich kann man bei allen stoffeläden reststofgfe kaufen.
      wenn nciht nessel- man kann x-billibigen stoff kaufen, hauptsache es hat änliche qualität wie der später original.
      wenn du eine hose mit strechanteil näehen willst, soll schon die probe aus stretchstoff sein.
      sonst ist alles völlig nutzlos.

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    5. Oh, vielen Dank für den Hinweis.
      Ich habe bisher gern meine Stofffehlkläufe für Probestücke verwendet. Hat fast immer funktioniert.
      Obwohl ich das Probemodel aus Nesel für die Lederjacke sehr praktisch fand. Hier konnte ich einfach wie bei Papier an bestimmten stellen falten und so habe ich gleich eine direkte Makierung.
      LG, Anita

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