Sonntag, 26. April 2015

Kleider machen (Leute) Frauen



Hallo!

Nach so viel genähten Hosen,
fand ich es wird Zeit für Kleider.

Etuikleider, am liebsten Ärmellos
sind meine favorisieren Schnitte. 

Obwohl meine Arme nicht schön sind
und ich auch unter der so genannten 
Reibeisenhaut leide, trage ich gern ohne Arm.

Das liegt eher daran, dass ich gern Blazer
über die Etuikleider trage oder auch mal 
eine Bluse, aus Seide oder dünnen Baumwolle,
unter diesen Kleidern anziehe. 

Habe hier einige schöne Stoffe die für
all dieses schmalen Kleider gedacht sind.
Manche aus Baumwolle mit etwas Elasthan,
manche aus feister Schurwolle
und manche aus Seide.

Gern trage ich natürliche Stoffe,
vor allem trage ich sehr gern Wolle,
in Form von Kaschmir, Merino und reine Schurwolle.
Gern mit etwas Synthetik in Form von Elasthan.

Um all diese edlen Stoffe endlich zu einem Kleidungstück
zu fertigen, benötige ich natürlich ein Schnitt.
Der mir als Basis und Schnittvorlage dienen soll.

Langweilig finde ich es nicht, immer den gleichen Schnitt 
zu verwenden, denn wenn dieser mir und meiner Figur
schmeichelt, warum soll ich dann mit anderen Experimentieren.

Bisher habe ich kaum mit elastischen Baumwollsatin gearbeitet.
Da lag daran, dass meine ersten Versuche mit dehnbaren Material
etwas verschreckt haben und natürlich an meiner unerfahrenheit.

Manchmal vernähte ich auch bestimme schöne Stoffe nicht,
weil diese nicht mehr zu beschaffen sind und ich kein Risiko
der Zerstörung eingehen möchte. Daher ist mein Stofflager
Emens, weil ich eine Stoff süchtige bin und wenn ich ein 
schönen Stoff aus feinster und bester Qualität ergattern kann,
widerstehe ich sehr selten. Zum Glück werden die Stoffe,
sofern richtig gelagert, nicht schlecht.

Da schweife ich wieder ab ;)
Nun auf der Suche nach dem Basis-Kleiderschnitt
Schlicht und einfach. Genau so etwas habe ich gesucht.

Einen ähnlichen Basisschnitt habe ich schon mal
herausgegeben von Burda. Der Nachteil für mich,
er ist in Normalgröße und etwas sehr locker geschnitten.
Diesen werde ich noch mal anpassen und zwar als Basis
für meine leichten Kleider und die Schnittvorlagen wird
mir dieser jetzt gewähltes Etuikleid sein. 

Nach meinem großartigen Erfolg mit dem gepunkteten Kleid
und der fabelhaften Verarbeitung mit dem elastischen 
dicken Baumwollsatin hat mich motiviert die weitern Stoffe
zu verarbeiten. 

Ein weiter Stoff von Perthel-Stoffe wurde endlich zum Kleid
vernäht. Dieses mal wollte ich aber das Kleid anders innen
versäubern. Ich suche noch nach der Ultimativen leichten,
zeitsparenden Methode, mit der ich aber zufrieden bin.
Dazu aber später mehr. 

Vorerst ging es wie immer um eine liebste Beschäftigung,
den Schnitt so auf dem Stoff zu verteilen,
dass es a.) schön zur Geltung kommt
b) an den eignen Körper gut positioniert ist
und c) schön harmonisch aussieht.

Das war dieses mal nicht so einfach, 
denn ich war - etwas geizig - beim Stoff kauf.
Es waren 1,2 m und das Muster, bzw. der Rapport
was sehr großflächig ausgelegt. Was mir
etwas mehr Zeit gekostet hat. 

Aber genau hier und genau das,
macht mir total Spaß. 
Das Beste aus dem Stoff 
auf den Schnitt zu übertragen.
Daher arbeite ich sehr gern mit der Folie.
Weil dieses durchsichtig ist 
und auch schon die Nahtzugaben enthält,
fällt es leichter zu sehen, 
welches Muster wie und wo auf dem Kleid 
später sein wird. 

Priorität ist auf jeden Fall immer,
das schönste Muster in den Fokus
und vorn auf das Kleid zu positionieren. 

Das ist nicht immer die Mitte des Stoffcoupons.
So auch bei diesem Stück. 

Was mir am Besten vom Muster und Farben gefiel,
fiel auf die Seiten und somit wurde es ganz schön eng.
Zum Glück wählte ich ein Etuikleid, den dieser 
Schnitt verläuft sehr Grade. 
Die Vorderseite wäre soweit als positioniert.
Was machte ich mit dem Rücken.
Vom Schnitt ist hier eine Mittelnaht vorgesehen.
Doch mir gefiel es so gar nicht, das Muster zu teilen.
Also Plan B, Reißverschluss auf die Seite zu setzen
und auch den Rücken im Stoffbruch zuschneiden.

Auch hier habe ich hin und her geschoben um
für den Rücken ebenfalls ein schönes Muster 
zu finden. Immer im Blick, dass es so wenig Stoff ist.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.
Das Zuschneiden geht dagegen sehr fix.

Dieser Stoff ist von der Qualität gleich mit dem 
gepunkteten Kleid. Elastisch aber nicht so starkt,
dass es sich ausbeult, so dass ich auf Futter verzichten konnte.
Es ist auch Blickdicht. Ich entschied mich für die 
minimalstische aller Innenversäuberungen.

Schrägbänder aus dem gleichen leichten Baumwollstoff
zugeschnitten in einer Breite von 4 cm. 
Auf dem Kleiderstoff wurde ein Nahtband aufgebügelt.
Die Schrägbänder darauf, die Nahtzugaben zurück geschnitten 
und dann mit der Hand festgenäht. 

Zur vor, wie immer, den Besatz (Schrägstreifen)
an die Nahtzugaben genäht, nach dem ich die Rundungen 
eingeknipst habe. Das ist zwar ein zusätzlicher Arbeitsschritt,
aber er lohnt sich sehr. Auch die Hugo Boss Eutikleider 
haben die s.g. Unterstepp Naht.

Weil ich das Kleid im Rücken ohne der Mittlerennaht 
zu geschnitten habe und den Ausschnitt nicht vergrößert,
musst ich zwangsläufig einen Schlitz im Rücken einarbeiten.
Diesen wollte ich so schmal und unsichtbar wie möglich 
gestallten. Die rechte Seite des Kleides gefällt mir sehr gut.
Innen ist es nicht ganz so, aber ich kenne zur Zeit,
keine andere Variante dieses hier anders zu Versäubert.
Auch hier wurde der Schrägstreifen mit der Hand 
angenäht. 

Den Schrägstreifen hätte ich auch mit der Nähmaschine 
annähen könne. Weil ich aber keine sichtbaren Nähte
auf der Rechtenseiten haben wollte, bleibt mir nur die Möglichkeit.
Es ist immer edler, wenn das Kleid keine sichtbaren Nähte hat.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen die Naht auf der Rechtenseite.
Diese kann schön und auch Dekorativ eingesetzt werden. 
Hier bei diesem Kleid wollte ich es aber nicht.

Das einzige was auf der Rechtenseite zu sehe ist,
ist ein Knopf und eine Schlaufe. Der Knopf fällt kaum auf.
Habe ich in einem Blauton der Farbe des Kleides gewählt.
Er soll ja nicht Auffallen. 

Die Passform dieses Kleides gefällt mir sehr gut.
Ein Schnitt, wie dieser, wirkt immer sehr elegant.
Mit den unterschiedlichsten Stoffen, Mustern und Material
kann solch ein Schnitt immer wieder punkten.

Veränderung am Schnitt, wie immer, 
ist mir im Rücken der Schnitt zu breit.
Hier habe ich die Rundung einfach grade gezogen.

Allerdings ist mir hier was aufgefallen, wie schon
bei dem Abendkleid. Meine Brust ist nicht so voll
oder rund oder was auch immer. Denn
zwischen der Schulterline und der Brustline
ist zuviel "Luft". Hier könnte ich ein Keil 
einarbeiten, aber habe mich dagegen entschieden.

Das ist ein Vorteil bei gemusterten Kleidern.
Es fällt nicht so stark auf. 
Bei einfarbigen Kleidern fällst sowas schon eher auf.
Hier werde ich noch mal den Basisschnitt anpassen müssen.

Jetzt möchte ich euch einige Bilder, 
die ich während des Nähprozesses aufgenommen habe 
nicht vorenthalten. Also viel Spaß
beim betrachten. 


Meine liebste Arbeit. Den Schnitt auf dem Stoff 
zu Positionieren und das Beste daraus machen.
Wenn es nicht anders geht, würde ich auch 
dazu übergehen, den Schnitt zu Zerteilen 
um so das Beste aus dem Stoff in das Kleid 
zu übernehmen. 


Wenn ich mich dann Endlich entschieden habe, 
wie der Schnitt aussehen wird,
muss noch der Stoff und der Schnitt
ausgerichtete werden. 


Dieses mal ging es hier sehr schnell,
das der Stoff wirklich ein dicker stabiler Stoff ist
und sich kaum verzieht, dennoch Elastisch 
beim Tragen sein wird. 

Zur Hilfe verwende ich das Lineal, 
welches im mir im Baumarkt gekauft habe.
Ein großartiges Hilfsmittel!


Manchmal können auch die Muster, sofern diese
ein Wiederholung Rapport hat.
Dieser Stoff muss ein großflächigen Raport haben,
fand keine konkrete Wiederholung.


Der Schnittteil für den Rücken habe ich im Stoffbruch zugeschnitten.


Hier ist vielleicht gut zusehen, wie ich 
das zuviel an Weite im Rücken begradigt habe.


Der Schlitz in der Mitte des Kleides am Rücken.




Details zum Schlitz.
Bin nicht zu 100 % zufrieden. 
Doch eine alternativ Lösung fiel mir nicht ein
und ich wollte jetzt auch nicht das Kleid 
unfertig zur Seite legen.




Nach dem der Ausschnitt gut und schön aussieht,
habe ich mich an den Nahtverdeckten Reißverschluss 
zugewendet. Diesen habe ich zum ersten mal vor dem
Verarbeiten gebügelt. Das werde ich jetzt immer machen.
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es besser war.


Wie schon bei dem letzten Kleid,
habe ich auch hier wieder mit je 2 cm 
die Kante, an der Stelle, 
wo der Reißverschluss eingenäht wird,
verstärkt. 

Auf diesem Bild ist es gut zu sehen.
Zuerst wurde das Kleid genäht
und die Stelle an der der Reißverschluss eingenäht wird,
offen gelassen. 


Dann eingenäht. Immer vom Ausschnitt zur Taille.


So sieht es schön aus.


Dann die andere Seite und den Reißverschluss schließen. 




Anprobieren



Wunderbar! 
Reißverschluss einnähen in der Seite?
Kein Problem. 

Jetzt habe ich mit den Armausschnitten gewidmet. 
Etwas anders als am Hals habe ich hier selbst zu geschnitten.



Schrägband dran - Bügeln
Einknipsen, Untersteppen.
Nahtzugaben zurückschneiden






Einschlagen und Bügeln


Fixieren


Entweder mit der Maschine
oder mit der Hand, dann ist nichts von der Naht zu sehen. 


Ich entschied mich für das Annähen mit der Hand.




FERTIG!!!!

Fitting und Styling 
folgt am Mittwoch.



Mein Fazit zu diesem Kleid.

Der Schnitt einfach und Schnell
zugeschnitten. 
ABER
die Versäuberung der Kanten. 
Anders als bei diesem Kleid hier.

Es hat alles etwas mehr Zeit in Anspruch genommen.
Diese dünnen Kantenversäuberung lohnt sich für 
dünne Stoffe. Das wäre hier nicht notwendig,
aber ich wollte unbedingt mal was anders probieren. 
Gefällt mir ganz sehr gut und das Nähen mit der Hand 
ging verhältnismäßig schnell. Noch schneller 
wäre es mit der Nähmaschine, aber dann
ist eine sichtbare Naht, die ich nicht haben wollte.

Es hat super viel Spaß gemacht!
Ich habe jede menge dazu gelernt
und es "fluppt" jetzt so vieles,
was mir noch vor 1 Jahr echte 
Kopfzerbrechen bereitet haben.

Na ja und ein schönes Kleid habe ich auch noch :)))

Ich verabschiede mich 
mit diesen Blühenden Bildern.

Wir sehen uns am Me Made Mittwoch 
mit ganz vielen Inspirationen 

Schönen Sonntag und ganz liebe Grüße
Anita